Die Kunst, als Paar zu leben
Die (unveränderte) Neuauflage des Ratgebers für ein gelungenes liebendes Miteinander des verstorbenen Autors, der u.a. als Ehe- und Paartherapeut arbeitete, basiert auf einem seiner Vorträge und ist trotz Erscheinens der Originalausgabe 1992 nach
wie vor aktuell. Durch die Veränderung der gängigen Lebensformen, Herausforderungen im Arbeitsalltag, die Entwicklungen im Bereich der sozialen Sicherheit und Vernetzung müssen oder sollten sich Paare mehr denn je mit Beziehung auseinandersetzen. Für Jellouschek ist es die neo-romantische Liebe, die die Phase des Verliebtseins ablöst und oft einiges an Beziehungsarbeit fordert. In sieben Kapiteln beleuchtet er Faktoren, die Liebe in Partnerschaften wachsen lassen oder zerstören können. Neben Selbstaufgabe, -verwirklichung oder Inbesitznahme des Gegenübers spielen u.a. auch die Gewichtung der Sexualität sowie die Selbstwahrnehmung von Paaren in Bezug auf Konventionen in der Gesellschaft eine Rolle. Selbst Religiosität, hier aber als meditativer Erfahrungsweg, ermöglicht nach Jellouschek eine oft unbewusste Möglichkeit, überzogene Anforderungen und Wünsche in der Beziehung zu relativieren, ja zu minimieren. Einige Praxisbeispiele zeigen wie ein liebendes "Wir" durch Kommunikation, Bewusstmachung beiderseitiger Wünsche und Ängste sowie Akzeptanz von "Ich" und "Du" bestehen bleiben kann. - Für alle Fa-Bestände geeignet.
Margit Düing Bommes
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Kunst, als Paar zu leben
Hans Jellouschek
Herder (2024)
143 Seiten
kt.