Kaputt
Der Wirtschaftspublizist Wolfgang Münchau beschreibt, wie Deutschland als innovativstes Land der Welt und lange Zeit das industrielle Machtzentrum Europas und weltweit größte Exportmacht zu einem Nachzügler wurde. Unser Land klammert sich zu lange
schon an alte Technologien. Das betrifft die Telekombranche und Kabel-TV, die viel zu spät digital statt analog ausgerichtet ist. Dass die Politik Unternehmen in ihrer Wettbewerbsfähigkeit unterstützte, war ursprünglich gut (günstiges russisches Gas, Liberalisierung, Globalisierung). Innerhalb weniger Jahre sah man darin aber auch Nachteile und Abhängigkeiten (kein russisches Gas mehr, Exporte nach China brechen ein). Stellen wir die falschen Produkte her? Moderne Autos brauchen zwar noch Räder und Achsen, aber heute sind Software und elektrische Batterien wichtig. Deutschland befindet sich „digitalen Analphabetismus“. Der Microsoft-Chef wird zitiert: „Hört auf, ständig über Datenschutz zu reden! Fangt an, über Datennutzung und -sicherheit zu sprechen!“ Unser Land braucht eine gute digitale Infrastruktur und neue Technologien. Auch bröckelnde Brücken und eine marode Bahn sind Zeichen des Niedergangs. Das zu lange Festhalten an Altem ist die eigentliche „Erbsünde“. Deutschland muss sich neuen, anderen Sektoren zuwenden, meint der Autor.
Berthold Schäffner
rezensiert für den Borromäusverein.
Kaputt
Wolfgang Münchau ; in der Übersetzung von Britta Fietzke
Herder (2025)
256 Seiten
fest geb.