Beten
Heinrich Dickerhoff (*1953) aus Cloppenburg, Theologe und Pädagogischer Direktor der dortigen Katholischen Akademie Stapelfeld, versucht in dieser konzentrierten und sehr lesbaren Einführung auf eine recht frische und unkonventionelle - "aufgeklärte"
- Art das Beten als Erinnerung der wahren Bestimmung des Christen und als Selbstvergewisserung in den überlieferten Erfahrungen des christlichen Glaubens aufzuzeigen. Nicht "Not lehrt beten", sondern Zeit lehre beten, meint er. Er untermauert seine Hinweise nicht nur mit Beispielen aus der alt- und neutestamentlichen Bibel, sondern auch mit Märchen aus aller Welt, mit Zitaten von Weisen aus vielen Kulturkreisen und mit Erfahrungen aus dem Alltag (z.B. der ehelichen Liebe). Zu seinen "sieben Ratschlägen für das Beten" zählt etwa: "Bete nicht nur, wenn dir danach ist. Bete, um deine Lebenszeit 'in Ordnung' zu halten." Oder "Nimm dir Zeit. Feste Zeiten. Immer wieder. Wiederhole deine Gebete im regelmäßigen Rhythmus." Dazu vermittelt er auch, über die bekannten "Disziplinen" Loben, Bitten, Danken und Klagen hinaus, praktische Vorschläge für je persönliche Formen des Betens und führt abschließend ansprechende Gebetsformen aus allen Zeiten an. Eine sehr anregende und zum Nachdenken und Nachmachen animierende Hilfe zur Erneuerung der Gebetspraxis. - Heilsam und notwendig für Büchereien mit religiösen Beständen.
Georg Bergmeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Beten
Heinrich Dickerhoff
Herder (2011)
Inspiration Christentum
140 S.
kt.