Ein Jahr in Buenos Aires
Die welterfahrene, in Peking (1979) geborene Kölner Lifestyle-Fotografin Lisa Franz erzählt von ihrem ersten Jahr in der lauten und nervenaufreibenden Hauptstadt Buenos Aires (wo sie inzwischen auch dauerhaft lebt und als Fotografin arbeitet), die
sie mit einem Bus der 750 öffentlichen Buslinien oder einem Taxi oder zu Fuß erkundet und erobert hat und worüber sie nach 12 Monaten bilanzieren kann: "Ich habe unter der quirligen und lockeren Oberfläche die tieferen Schichten von Buenos Aires entdeckt." Neben der Kunst des Tango-Tanzens und des Zubereitens des Mate-Tees, des argentinischen Nationalgetränks, u.ä. sind es vor allem die bunten, international zusammengewürfelten Bewohner der armen Vororte und Slums und der eleganten Party-Treffs der 12-Millionen-Stadt am Rio de la Plata, deren Begegnung auch dem Leser dieser Aufzeichnungen viel Vergnügen und ein buntes Bild von der Metropole samt ihrem Umland mit ihren Sorgen und ihren kulturellen Höhepunkten bereiten. Kurzweilig zu lesen, bunt in der Beschreibung und einladend zu einem Besuch der südamerikanischen Großstadt. - Für jede Bücherei zur Anschaffung empfohlen.
Georg Bergmeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Ein Jahr in Buenos Aires
Lisa Franz
Herder (2012)
Reise in den Alltag
191 S.
fest geb.