Ein Jahr in Venedig
Als Frauke Schlieckau beschließt, ein Jahr als Austauschstudentin in Venedig zu verbringen, ist es Februar. Es ist kalt, das Wohnheim schlecht beheizbar und auch die Mitbewohner sind nicht gerade besonders freundlich. Und so beginnt ein durchwachsenes
Jahr, voll interessanter Einblicke vor und hinter die Kulissen der Palazzi. Sie freundet sich mit Stadt und Bewohnern an und bleibt doch bis zum Schluss eine Fremde. Wichtige Feste, Verhaltensregeln, die Liebe zum Versteckspiel, der schwierige Umgang mit Behörden, Probleme bei der Wohnungssuche, Aqua alta, Plätze und Schönheiten abseits der Touristenpfade - es sind wie immer in dieser Reihe die Hintergründe, die persönlichen Eindrücke, die den Reiz des Buches ausmachen. Berufsbedingt zwar in journalistisch gekonntem Stil, verläuft sich Schlieckau jedoch ab und zu in allzu Belanglosem. Italienfans wird's trotzdem gefallen. - Zusatztitel für ausgebaute Reiseführerbestände.
Lieselotte Banhardt
rezensiert für den Borromäusverein.
Ein Jahr in Venedig
Frauke Schlieckau
Herder (2011)
Reise in den Alltag
189 S.
fest geb.