Licht auf meinem Pfad
Um es vorwegzunehmen: seit Februar 2016 befindet sich Schwester Benedikta nicht mehr in der Einsiedelei St. Verena in Rüttenen bei Solothurn. Interviews in diversen lokalen Medien zufolge konnte sie ihren dortigen Aufgaben vor allem aufgrund des großen
(touristischen) Rummels nicht mehr gerecht werden. Doch wie wird man Einsiedlerin und was bewegt eine junge Frau zu solch einem Schritt? Benedikta wächst als Pflegekind in diversen Familien auf. Bereits als kleines Kind empfindet sie Glück nur beim Bibelstudium und im Gebet. Trotz früher Heirat, Kindern und bäuerlichem Landleben bleibt sie eine "Suchende". Der Rückzug aus der Gesellschaft und die reine Hinwendung zu Gott ist ein langer, wohlüberlegter Weg über viele Stationen, mit vielen Rückschlägen. Erst als Einsiedlerin fühlt sie eine innere Ruhe, sie ist glücklich vor allem in der seelsorgerlichen Arbeit, bis der Medienrummel zu viel für sie wird. Die eher einfache Sprache passt zum einfachen Leben der Einsiedlerin. Der bereits 2015 in der Schweiz erstmals erschienene Titel wird Lesern/innen empfohlen, die sich für religiöse Biografien interessieren.
Lieselotte Banhardt
rezensiert für den Borromäusverein.
Licht auf meinem Pfad
Schwester Benedikta
Herder (2017)
Herder Spektrum ; 6886
188 S.
kt.