Feindliche Nähe

Der in Tel Aviv geborene deutsche Historiker und Publizist Michael Wolffsohn gilt als streitbarer Kenner der drei großen Weltreligionen. In seinem neuesten Werk richtet er einen kritischen Blick auf die gängige Sichtweise in Tora und Bibel. Im talmudischen Feindliche Nähe Judentum sieht er beispielsweise die Vorbereitung einer sanften Friedensethik, die in der Bergpredigt ihre Vollendung erfährt, jedoch weder den Christen noch den Juden als Leitstern ihres Handelns dient. Anhand zahlreicher Beispiele verdeutlicht er die Verflechtungen zwischen Judentum und Christentum und beschreibt die Ablöseprozesse der frühen Christen von den Juden, das Entstehen von Feindbildern und die Entfremdung. Auch der Islam hat seine Wurzeln im Judentum, wie Wolffsohn anhand von Beispielen zeigt. Die Lektüre setzt religionswissenschaftliche Kenntnisse voraus, und richtet sich daher in erster Linie an eine informierte, an jüdisch-christlichem Dialog interessierte Leserschaft.

Martina Häusler

Martina Häusler

rezensiert für den Borromäusverein.

Feindliche Nähe

Feindliche Nähe

Michael Wolffsohn
Herder (2025)

271 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 622081
ISBN 978-3-451-07291-8
9783451072918
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Re
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