Schuldenwende

Die beiden Volkswirte Feld und Reuter wenden sich strikt gegen die Lockerung der Schuldenbremse und warnen vor einer unkontrollierten Kreditoffensive des Bundes. Sie zeigen reihenweise Fehler, Versäumnisse und parteipolitische Egoismen auf, die tragfähige Schuldenwende Alternativen zur Finanzierung staatlicher Ausgaben ausblenden. Auch wenn diese das hartnäckige Bohren dicker Bretter bedeuten würden. Das Buch schließt mit zehn strukturellen Maßnahmen, die der drohenden Überschuldung des Landes mittelfristig begegnen würden. Zahlen, Daten, Fakten. Das Werk will bis zur letzten Seite vom Leser erarbeitet werden, gerade weil es keine populären, schnellwirkenden Lösungen gibt. Die Zusammenhänge beim Thema Staatsfinanzierung sind naturgemäß nicht trivial, wollen darum vor dem präferierten Maßnahmenkatalog verstanden sein. Die zentrale These der Autoren lautet: Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und politische Handlungsfreiheit basieren zwingend auf soliden Staatsfinanzen. Sie fordern eine „Wirtschaftswende statt Schuldenwende“ und plädieren für harte Strukturreformen sowie konsequente Einsparungen im Haushalt, statt immer neuer Kredite. Die ordnungspolitische Argumentation ist stringent und wirkt wohltuend in Zeiten großzügiger Verschuldung. Ein handwerklich exzellentes, argumentativ überzeugendes Plädoyer für fiskalische Disziplin. Eine Bereicherung für jeden Bestand im Bereich Soziales, Wirtschaft und Finanzen.

Werner Wagner

Werner Wagner

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Schuldenwende

Schuldenwende

Lars P. Feld, Wolf H. Reuter
Herder (2026)

247 Seiten : Diagramme
fest geb.

MedienNr.: 625083
ISBN 978-3-451-07311-3
9783451073113
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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