The Science of Yoga
"Nach meiner eigenen Einschätzung überwiegen die Vorteile gegenüber den Risiken", schreibt der Autor, der selbst seit 1970 Yoga praktiziert. Er hat es sich in diesem Werk zum Ziel gesetzt, auf wissenschaftlicher Basis sowohl den Nutzen als auch
die Risiken des Yoga vor allem anhand der vorhandenen Literatur zu vergleichen. Während der Nutzen allgemein bekannt ist und überall propagiert wird, wie z. B. Stressreduktion, Reduzierung von Bluthochdruck, Verbesserung des Gleichgewichtsgefühls vor allem bei älteren Menschen, Linderung rheumatischer Arthritis, ruhigerer Schlaf, sind die Risiken weit weniger bekannt, allerdings auch im Verhältnis zur Praxis eher selten. So kann es zu Zerrungen, Gehirnblutungen, Lähmungen und sogar Schlaganfällen bei bestimmten Stellungen kommen. Wichtig für den Praktizierenden und auch die Lehrer ist, eine "aufgeklärte Vorsicht" walten zu lassen, den Teilnehmern nicht zu viel zuzumuten, Grenzen nicht zu überschreiten. Dann sind auch die Risiken sehr gering, die in den USA zu einem "Aufschrei", wie das Nachwort überschrieben ist, geführt haben. Eine Chronologie, zahlreiche Literaturhinweise, eine Übersicht über Yoga-Stile und die wichtigsten Yoga-Lehrer ergänzen das Buch, das eine Pflichtlektüre für alle, die mit Yoga zu tun haben, sein sollte, und das sind nach Schätzungen in Deutschland mindestens 3 Millionen Menschen. - Nachdrücklich zu empfehlen.
Michael Mücke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
The Science of Yoga
William J. Broad
Herder (2013)
400 S. : Ill.
fest geb.