Ich bin ganz in Gottes Hand
Zum überreichen geistigen Erbe, das uns Papst Johannes Paul II. hinterlassen hat, gehören seit Kurzem auch die "Persönlichen Notizen" aus den Jahren 1962 bis 2003, die sein damaliger Sekretär (und heutiger Metropolit von Krakau) Stanislaw Dziwisz
entgegen den Anordnungen des Papstes nicht verbrannt, sondern der Nachwelt zugänglich gemacht hat. Es handelt sich hierbei um spirituelle Reflexionen Wojtylas anlässlich von Einkehrtagen und Exerzitien. Die in diesem Buch enthaltenen Texte sind fast aphorismenartig knapp, erfüllt von einer reifen und kernigen Frömmigkeit und inhaltlich ganz auf Christus und die Gottesmutter zentriert. Sie spiegeln ein Leben ganz aus dem Gebet wider, das zur Kraftquelle, aber auch zur Orientierung in den wesentlichen Fragen der Kirche - hier liegt ein Schwerpunkt vor allem auf dem Hirten- und Priesteramt - und der Menschheit geworden ist. Zweifellos bietet sich uns hier ein unschätzbarer Einblick in das geistliche Leben eines Heiligen für unsere Zeit, der zum Nachvollzug, zur Orientierung für die eigene Spiritualität anregt.
Richard Niedermeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Ich bin ganz in Gottes Hand
Karol Wojtyla
Herder (2014)
473 S.
fest geb.