Gott und seine Geschichte
Tage im Kloster bieten beides: entspannte Ruhe und höchste Konzentration. Diese Atmosphäre schlägt sich auch nieder in einem Interview, das zwei Journalisten in der Benediktinerabtei von Ettal mit dem Präfekten der Glaubenskongregation über zentrale,
oft missverstandene Texte des Alten wie des Neuen Testamentes geführt haben. Weil sich dabei weder die Journalisten nur als Stichwortgeber verstanden noch Erzbischof Müller theologische Standardantworten gab, ist daraus ein Buch geworden, das die Fragen der Menschen, die sich bei der Lektüre der Hl. Schrift stellen, ernst nimmt. Es muss nicht besonders hervorgehoben werden, dass der Präfekt der Glaubenskongregation die angesprochenen Themen - z.B. der Sinn der Schöpfungserzählungen, die Menschwerdung Gottes, Jesu Wunder oder seine Passion und Auferstehung - mit größter theologischer Kompetenz behandelt; nicht selbstverständlich ist hingegen, dass ihm dies in einer ganz schlichten und klaren Sprache gelingt, die nie schablonenhaft wirkt und es versteht, den Kern des christlichen Glaubens zum Leuchten zu bringen. Hier werden nicht theologische Lehren biblisch unterfüttert, sondern auf ebenso intellektuelle wie zu Herzen gehende Weise der Glaube in seinen biblischen Wurzeln vermittelt, sodass der Leser mithineingenommen wird in das faszinierende Geheimnis der Geschichte Gottes mit den Menschen. - Breit empfohlen.
Richard Niedermeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Gott und seine Geschichte
Gerhard Ludwig Müller. Ein Gespräch mit Johannes Marten und Philipp v. Studnitz
Herder (2012)
237 S.
fest geb.