Das Lächeln des Severin Guldenthal

Der hochgebildete alte Severin Guldenthal hat nach den Stürmen des Lebens im abgeschiedenen Ort Himmelsried ein Zuhause gefunden. Die Handlung erstreckt sich vom Autounfall während eines schrecklichen Unwetters am Fastnachtsdienstag bis zum Sterben Das Lächeln des Severin Guldenthal der Hauptperson in den Morgenstunden des Ostersonntags. Der Großteil des Buches begleitet in Gesprächen mit wechselnden Personen die Themen der Karwoche vom Gründonnerstag bis zur Osternacht. Guldenthal, dessen Beruf unklar ist und der keine eigene Familie hat, musste während des Zweiten Weltkrieges die Zerstörung Dresdens miterleben, was ihn am Glauben verzweifeln ließ. Über ein reiches Bildungswissen findet er später zu einem persönlich geprägten Glauben zurück. In einer Gründonnerstagspredigt im nahen Karmelitinnenkloster erklärt er ausgehend von Leonardos berühmtem Gemälde das Abendmahl als Einladung an die Menschheit, sieht sich aber als Gefährte des Judas. Während des Sprechens des Glaubensbekenntnisses formt sich in seinem Kopf eine Verbindung zu Zahlenmystik und Mythen, die gleichsam auf Umwegen den Glauben bestätigen. Erstaunliche Parallelen zwischen christlichen und antiken Vorstellungen führen den hochgebildeten Severin Guldenthal zu einer umfassenden Lebens- und Glaubensweisheit. Gespräche, Gedankenfolgen, eingeschobene Texte überlagern das vordergründige Geschehen, das auch die zarte Liebesentwicklung bei einem jungen Paar einschließt. - Der Autorenname ist ein Pseudonym, hinter dem sich der vielseitig gebildete Verleger Hermann Herder (1926-2011) verbirgt. Sprache und Anlage des Romans erinnern an Werke aus der ersten Hälfte des 20. Jh.

Bernhard Grabmeyer

Bernhard Grabmeyer

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Das Lächeln des Severin Guldenthal

Das Lächeln des Severin Guldenthal

Thomas Filler
Herder (2013)

461 S.
fest geb.

MedienNr.: 575130
ISBN 978-3-451-32730-8
9783451327308
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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