Die Gleichberechtigungsfalle
Monika Ebeling wurde 2011 ihres Amtes als kommunale Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Goslar enthoben, nach zweieinhalb Jahren Dienstzeit nur. Der Vorwurf: Sie setze sich zu sehr für die Belange der Männer ein und verhalte sich damit frauenfeindlich.
Außerdem hielt man ihr vor, nicht teamfähig zu sein und rechtes Gedankengut zu verbreiten. Ihre Gegner rekrutierten sich vor allem aus verschiedenen Fraueninitiativen. In ihrem Buch "Die Gleichberechtigungsfalle" stellt Ebeling aus ihrer Sicht die Geschehnisse dar und gibt eine genaue Beschreibung der Abläufe, die schließlich zu dem Eklat führten, der auch über die Grenzen Goslars hinweg für Aufmerksamkeit sorgte. Anschließend erzählt die Autorin ein bisschen über ihren Werdegang, warum sie sich für diesen Posten bewarb und wie sie die Aufgaben in diesem Bereich definiert. Kritische Bemerkungen zu einem überzogen radikalen und ideologisierten Feminismus und zu den daraus resultierenden Schäden ergänzen die Streitschrift. - Ebeling hat hier eine Rechtfertigung vorgelegt, die natürlich subjektiv ist und in der die Verletzung und die empfundene Ungerechtigkeit sehr deutlich werden. Der Leser hat wenig Möglichkeiten, Aussagen zu überprüfen oder Vorwürfe an die Gegenseite zu hinterfragen. Ihre Argumentation und ihre Ausführungen wirken allerdings überzeugend, ebenso die Beispiele aus ihrem Arbeitsleben, wo sie sich erfolgreich auch für Männer einsetzte. Ihr Fazit: Gleichstellungsarbeit fragt nicht nach dem Geschlecht und dient Mann und Frau. - Zur Anregung und zur gedanklichen Auseinandersetzung mit dem Thema Feminismus sehr wichtig und vor allem für größere Büchereien geeignet.
Ulrike Braeckevelt
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Gleichberechtigungsfalle
Monika Ebeling
Herder (2012)
200 S.
kt.