Spiel mir das Lied vom Leben
Ein alter Mann und ein junges Mädchen. Die Verbindung zwischen den beiden: die Liebe zur Geige und die Liebe zur Musik. Judith, 11 Jahre und ein Geigen-Wunderkind, ist fasziniert von der Filmmusik von "Schindlers Liste". Sie will mehr wissen, will
"verstehen", um diese Musik selbst richtig spielen zu können. Durch die Begegnung mit Michael Emge, der als Kind zwei Ghettos und drei KZs überlebte und eine Chance auf Rettung nur hatte, weil er auf Schindlers Liste stand, erfährt Judith aus erster Hand, wie es war, als all das Unsägliche, das "Schlimme", wie sie es selbst nennt, passierte. Und mit ihr besucht Emge erstmals wieder die Orte, an denen er soviel Leid erlebte. - Diese Begegnung hat tatsächlich stattgefunden. Angela Krumpen hat sie initiiert und begleitet. Sie lässt abwechselnd M. Emge und Judith zu Wort kommen, erzählte Erinnerungen des einen stehen den aus der gemeinsamen Arbeit entstandenen fiktiven Tagebucheintragungen der anderen gegenüber. - Eine sehr eindrucksvolle, lohnende Lektüre, die den Leser auch über den Text hinaus beschäftigt. Überall empfohlen.
Ulrike Braeckevelt
rezensiert für den Borromäusverein.
Spiel mir das Lied vom Leben
Angela Krumpen
Herder (2011)
180 S. : Ill.
fest geb.