Der Kaufhauskönig

Helmut Horten – Repräsentant der „Generation Boom“ – steigt nach der Währungsreform mit seinen Warenhausgeschäften und entsprechenden preisgünstigen Angeboten nach Kaufhof, Karstadt und Hertie zur Nr. 4 der größten deutschen Einzelhändler Der Kaufhauskönig auf. Wie hat er persönlich diesen Aufstieg gepackt? Hortens Eltern wollen, dass Helmut Jurist wird. Er aber beginnt 1936 als ehrgeiziger Kaufmann mit hoher Risikobereitschaft im Duisburger Kaufhaus Alsberg. In der Zeit des Dritten Reiches müssen jüdische Besitzer unter Repressionen ihre Unternehmen hergeben – und Horten greift zu. Schaut man genauer hin, scheut er nicht vor Konflikten mit den NS-Behörden zurück, er genießt aber auch andererseits ihre Wertschätzung. Nach dem zerstörerischen Krieg und seiner Entlassung aus der Internierung geht er wieder mit Wagemut und Entschlusskraft voll ins Risiko, er gilt mit seinem Boutique-Konzept und integrierter Systemgastronomie als Trendsetter, bis er schließlich 1972 aus dem operativen Geschäft aussteigt. – Die Autoren beleuchten auch Hortens politischen Einfluss und seine Fähigkeit zum Strippenziehen. Horten hat mindestens zwei Seiten: dominant, erfolgsorientiert und verschwenderisch, andererseits ist er freigiebig und fürsorglich. Fazit der Autoren nach über 400 Seiten Fakten und Spannung: Horten war der Ehrgeizigste und wohl auch der Beste in seiner Branche – ein „Kaufhauskönig“ und Herr im „Paradies der Damen.“

Berthold Schäffner

Berthold Schäffner

rezensiert für den Borromäusverein.

Der Kaufhauskönig

Der Kaufhauskönig

Peter Hoeres / Maximilian Kutzner
Herder (2024)

432 Seiten : Illustrationen
fest geb.

MedienNr.: 620075
ISBN 978-3-451-39544-4
9783451395444
ca. 28,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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