Wie die Dampfmaschine das Fegefeuer löschte

Anhand zahlreicher Quellen eruiert der Theologe an der Uni Hamburg die Mentalität des katholischen Milieus im späten 19. und frühen 20. Jh. und ihre entscheidenden Veränderungen, basierend auf der Zivilisationstheorie des Soziologen Norbert Elias. Wie die Dampfmaschine das Fegefeuer löschte Ausgehend von einem fiktiven, aber durchaus realistischen Blick auf die Lebenswelt eines Mädchens im vorigen Jahrhundert, vermittelt der Autor ein lebendiges Bild von der Verschmelzung von Glaube und Lebenswelt, von lokalen Traditionen und der Offenheit für außermenschliche Kräfte. Diese vielschichtige Religiosität, durch Säkularisation, Kulturkampf und Ultramontanismus bedroht, führt schließlich zur Individualisierung und Privatisierung des Glaubens, zu Vereinsbildungen, zu Veränderungen im Bild des Pfarrers und zur Eliminierung des Glaubens an die Hölle. Diese Schilderung des vergangenen katholischen Milieus ist zugleich ein Plädoyer für eine bunte Vielfalt in der Gegenwart. Für Leser, die sich mit der religiösen Vergangenheit beschäftigen wollen, eine aufschlussreiche Lektüre.

Helmut Eggl

Helmut Eggl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Wie die Dampfmaschine das Fegefeuer löschte

Wie die Dampfmaschine das Fegefeuer löschte

Florian Baab
Herder (2024)

176 Seiten : Illustrationen
fest geb.

MedienNr.: 620088
ISBN 978-3-451-39876-6
9783451398766
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Re
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