Resilienz - die Kunst der Widerstandskraft
Resilienz: ein Zauberwort unserer Zeit? Die Fähigkeit des Menschen, Krisen und schwierige Lebensverhältnisse zu meistern, sei gefragter denn je, meinen die Autor:innen und fragen: Sind wir Opfer unserer Gene? Ist Resilienz trainierbar? Die Antworten
gestalten sich kompliziert. Resilienz ist ein wissenschaftlich schwer zu greifendes Konstrukt, für das es bisher keine allgemein gültige Definition gibt. Eine Auflistung der Resilienzfaktoren greift zu kurz, denn Resilienz entwickelt sich im Wechselspiel mit Lebensumwelt und eigenen (neuro-) biologischen, psychologischen und sozialen Ressourcen. Stellvertretend für alle Faktoren könnte das Gefühl von Kohärenz gelten, das entsteht, wenn eine Person sich als fähig erlebt, das eigene Leben zu gestalten. Das Buch bietet einen Überblick über eine Fülle wissenschaftlicher Ergebnisse, die ohne Kenntnis der vielen Fachbegriffe für Laien ebenso theoretisch bleiben muss wie die groß angelegten, aber nur kurz angerissenen Vorschläge zur Resilienzförderung. Geeignet sein mag das Buch für die Leser/-innen, die an einem Überblick über den Stand der Forschung interessiert sind. Kein Ratgeber! Daher eher in ausgebauten Beständen möglich.
Christiane Raeder
rezensiert für den Borromäusverein.
Resilienz - die Kunst der Widerstandskraft
Donya Gilan und Isabella Helmreich mit Omar Hahad
Herder (2021)
208 Seiten
fest geb.