Die Brüder
Die norwegischen Fischerjungen Lauritz, Oscar und Sverre konnten durch glückliche Umstände am Polytechnikum in Dresden ein Ingenieursstudium absolvieren. Während Lauritz seinen Verpflichtungen gegenüber den Förderern nachkommt, verschlägt es
Oscar nach Afrika und Sverre folgt dem englischen Studienkollegen nach England. Sverre wird von seinem reichen Liebhaber Albie bei dessen Familie als Studienfreund eingeführt; insgeheim leben sie aber ihre Liebe aus. Doch irgendwann werden die wahren Verhältnisse ruchbar und die Situation wird zunehmend kritischer. Durch eine lange Reise nach Afrika bringt sich das Paar erst einmal aus der Schusslinie. - Der Autor hat in seinem Buch "Die Brückenbauer" (BP/mp 12/866) das Schicksal von Lauritz und Oscar geschildert. In diesem Buch geht es nun um Sverres Leben. Im Gegensatz zu Sverres Brüdern geht es hier weniger um Technik, sondern um das Zusammenleben der beiden liebenden Männer und um die gesellschaftlichen Gegebenheiten in England in der Zeit von 1901 bis 1919. Das wird alles sehr sachlich, unterhaltsam und ohne jegliche Obszönität geschildert. Es gibt eine ganze Reihe interessanter Charaktere; die meisten Protagonisten sind aber nicht historisch verbürgt. Eine angenehme Lektüre; das Buch kann in vielen Büchereien gut eingesetzt werden. (Über.: Lotta Rüegger, Holger Wolandt)
Erwin Wieser
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Brüder
Jan Guillou
Heyne (2013)
430 S.
fest geb.