Das Gefühl von Unendlichkeit
Zwei Studierende gründen noch während ihres Studiums ein Startup zu Anti-Aging und werden zu Berühmtheiten. Doch ob es sich bei der Geschichte um ein Epos oder um eine Tragödie handelt, muss sich erst noch zeigen. In einem eigenwilligen Erzählton
wird den Lesenden die Geschichte von Zoe und Jack nähergebracht. Da es sich bei den beiden um sehr intelligente Personen handelt, gibt es viele philosophische Gespräche über das Leben im Allgemeinen und wissenschaftliche oder finanzielle Unterhaltungen über ihr Startup. Die Handlung schreitet eher langsam voran, trotzdem zieht sich eine Grundspannung durch das Buch, als würde man auf etwas Großes zusteuern. – Der Roman bildet komplexe Beziehungsdynamiken ab, da es um eine Gruppe junger Menschen geht, die alle zusammenleben und arbeiten, und dabei eine Menge Geld im Spiel ist, was das Miteinander mitunter schwer macht. Darüber hinaus spricht das Buch wichtige Themen an wie Familie, Erwartungsdruck und die Rolle des sozioökonomischen Status im Universitätskontext. Dabei setzt die Autorin vor allem darauf, solche Inhalte eher subtil einfließen zu lassen, anstatt sie explizit zu beschreiben. Dadurch ist das Buch an mancher Stelle etwas anspruchsvoller zu lesen, stellt aber trotzdem eine sehr große Leseempfehlung dar, nicht zuletzt da es mit einem spannenden Ende aufwarten kann.
Agnes Schmidtner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Das Gefühl von Unendlichkeit
Austin Taylor ; aus dem Amerikanischen von Babette Schröder
Heyne (2025)
398 Seiten
fest geb.