Wer nichts hat, kann alles geben
In diesem Buch stellt der frühere österreichische Unternehmer Karl Rabeder seine Autobiografie vor. Darin berichtet er, wie er zu der Erkenntnis gelangte, dass das unablässige Streben nach Geld und noch mehr Reichtum letztlich keinen Lebenssinn
vermittelt. Aus kleinen Anfängen auf dem heimischen Markt baute er ein Großunternehmen für Wohnaccessoires auf. Schnell wurde Rabeder zum Millionär. Außerdem hatte er schon als Jugendlicher eine große Liebe zur Segelfliegerei entwickelt, was er in den kommenden Jahren auch wettkampfmäßig betrieb. Rabeder hatte alles im Leben erreicht - und doch stelle er bei einem Traumurlaub fest, dass es ihn nicht glücklich machte. Auf seinen Segelfliegertouren in Südamerika bemerkte er, dass die einfachen Menschen dort, die im Gegensatz zu den Europäern fast nichts haben, glücklicher auf ihn wirkten. Rabeder verkaufte seine Firma und seine Villa und gründete mit dem Erlös eine Entwicklungshilfeorganisation, die Kleinstkredite von Europäern an Kleingewerbetreibende in aller Welt vermittelt anstatt "nur" zu spenden. Rabeder plädiert dafür, selbst lieber mit weniger Geld auszukommen und dafür etwas im Leben zu tun, was sinnstiftend ist. So mancher wird seine These provokant nennen, aber ein Denkanstoß ist es allemal.
Helmut Lenz
rezensiert für den Borromäusverein.
Wer nichts hat, kann alles geben
Karl Rabeder mit Kai Schächtele
Ludwig (2011)
240 S.
fest geb.