Die Welt gewinnen
Nach einem kurzen Blick auf die falschen Vorstellungen des reichen Nordens und das Schicksal von Aktivisten konfrontiert die Journalistin den Leser mit Beispielen von eklatanten Missständen und den Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. Sie beschreibt
die verheerenden Folgen des Mikrokreditsystems, die Wirkungslosigkeit der Tafeln bei der Abschaffung der Armut, die Ausbeutung der Menschen in den Palmölplantagen und die Nutzlosigkeit der Nachhaltigkeitszertifikate der großen Firmen. Was Menschen erreichen können, wenn sie sich solidarisieren, zeigen die Beispiele der Textilarbeiterinnen in El Salvador, das Descendants-Projekt gegen die Großindustrie in Louisiana, die Solidaritätsbewegung für die Armen in Griechenland und die Hilfen für Geflüchtete in München und Augsburg. Die Autorin wendet sich gegen die Zerstörung der bäuerlichen Landwirtschaft in Kroatien durch die Agrarkonzerne und EU, plädiert für eine Verkehrswende bei VW und zeigt in Sambia, wie durch Agroökologie der Hunger bekämpft werden könnte. Trotz der unqualifizierten Äußerungen über Friedrich Merz regt das faktenreiche Buch zum Nachdenken an und kann neue Sichtweisen generieren.
Helmut Eggl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Welt gewinnen
Kathrin Hartmann
Ludwig (2025)
304 Seiten
kt.