Nimm. Dir. Zeit.
Aufgeteilt in vier Abschnitte widmet sich der Autor dem Phänomen der fehlenden Zeit und wie wir diese wieder für uns schaffen. Einleitend beschreibt er hier eine sehr fatalistische Sichtweise auf das Leben und stellt Thesen wie die auf, dass wir
uns immer mehr in der Perfektionierung des Irrelevanten verlieren. Die Menschheit sei so besessen von Fortschritt, dass wir Dinge optimieren, die eigentlich keiner Verbesserung mehr bedürfen, und dadurch verlieren wir wertvolle Zeit. Dieser Pessimismus mag zunächst demotivierend wirken, wird von Küper jedoch in Veränderungsmotivation kanalisiert. In einer Mischung aus sachlicher Information und Anekdoten aus seinem eigenen Leben führt er so durch das Buch und behält bei allen Ausschweifungen stets einen roten Faden, indem er immer wieder auf den Zusammenhang von Zeit und Glück zurückkommt. Ironischerweise hat das Buch an mancher Stelle einige Längen, doch passend zum Inhalt muss man sich hier die Zeit nehmen und sich ganz darauf einlassen, um das volle Leseerlebnis auszuschöpfen. Unter dieser Voraussetzung ist das Buch durchaus zu empfehlen.
Agnes Schmidtner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Nimm. Dir. Zeit.
Wolf Küper
Ludwig (2026)
364 Seiten : Illustrationen
kt.