Als der Tag begann

Liz Murray wird 1980 geboren. Schon als kleines Kind werden sie und ihre Schwester von den drogenabhängigen Eltern stark vernachlässigt. Die Eltern bemühen sich zwar, den Mädchen ein behütetes Zuhause zu geben, aber die Sucht dominiert zunehmend Als der Tag begann alle Lebensbereiche. Die Momente der Zuwendung, der Fürsorge, der Hilfe werden immer seltener. Liz leidet Hunger, schwänzt die Schule, treibt sich auf der Straße herum. Die Eltern trennen sich, und Liz muss vorübergehend ins Heim. Mit 15 Jahren geht sie von zu Hause weg, um auf der Straße zu (über-)leben, treibt sich mit Drogensüchtigen herum und verliert immer mehr den Halt. Als die Mutter an Aids stirbt, wird dieses Erlebnis zum Wendepunkt. Liz setzt alles daran, wieder festen Boden unter den Füßen spüren. Nach manchem Fehlschlag macht sie ihren Schulabschluss und bekommt ein Stipendium. - Diese zu Herzen gehende Lebensgeschichte schildert sehr überzeugend Liz' Kinder- und Jugendjahre, die von Verlassenheitsgefühl und der Sehnsucht nach mehr Elternliebe geprägt sind. Manche Begebenheiten wirken allerdings nicht so schlüssig, und dass alle Fachkräfte der sozialen, medizinischen und schulischen Dienste, denen Liz je begegnet, unfähig, lieblos und ohne Einfühlungsvermögen agieren, ist entweder unglaubhaft, ein Armutszeugnis für die amerikanische Gesellschaft oder auf sehr subjektive Wahrnehmungen zurückzuführen. Diese Geschichte erinnert stark an Jeannette Walls' "Schloss aus Glas", erreicht aber nicht dessen stilistisches Niveau. Auch die Übersetzungsarbeit ist nicht immer gelungen. Dennoch überall möglich.

Ulrike Braeckevelt

Ulrike Braeckevelt

rezensiert für den Borromäusverein.

Als der Tag begann

Als der Tag begann

Liz Murray
Diana-Verl. (2011)

479 S.
fest geb.

MedienNr.: 342007
ISBN 978-3-453-29108-9
9783453291089
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi
Diesen Titel bei der ekz kaufen.