Junktown
Solomon Cain, Inspektor der Geheimen Maschinenpolizei, hat einen neuen Mordfall zu klären. Am Rande des Stadtstaates Junktown wurde eine Brutmutter ermordet. Dabei handelt es sich um ein intelligentes Maschinenwesen, das vom Staat und einer Firma
beauftragt war, Menschen nach Wunsch in großen Mengen zu gebären. Cain vermutet zunächst ein Eifersuchtsdrama zwischen zwei Männern und der Brutmutter. Aber nachdem beide Männer tot sind, kommen Cain Zweifel. Diese Zweifel werden lauter, nachdem Cain feststellt, dass 800 Embryonen unterschiedlicher Klassen in der Brutmutter bei deren Tod gestorben sind. Als das Rauschsicherheitshauptamt sich in seine Ermittlungen einschaltet und Cain auf die Theorie eines Mordes aus Eifersucht festlegen will, ist Cain in seinem Drang, die Wahrheit ans Licht zu bringen, nicht zu stoppen. - Oden beschreibt eine düstere zukünftige Welt, eines totalitären Staates, in dem alle Mitbürger zum Drogenkonsum verpflichtet sind. Monatliche Drogentests beweisen die politische Zuverlässigkeit und Treue zum Politlabor. Ungezügelter Konsum und der entsprechende Wohlstandsmüll vor der Haustür zeigt, dass man es zu etwas gebracht hat. In dieser Zukunftsvision sprechend die Protagonisten eine derbe Sprache. Die Begriffe des Staatsapparats lehnen sich deutlich an den Nationalsozialismus und die DDR an. Dabei ist irritierend, dass alle wichtigen Personen des Romans jüdisch klingende Namen tragen. Spannend.
Helmut Lenz
rezensiert für den Borromäusverein.
Junktown
Matthias Oden
Heyne (2017)
399 S.
kt.