Mit dir allein
Stell Dir vor, Du willst eigentlich nur zu Dir selbst finden, in Ruhe die Gedanken sammeln und Deine persönliche Bucketlist abarbeiten. Dazu buchst Du Dir eine Unterkunft auf der einzigen verfügbaren Lodge auf einer einsamen und winzigen Insel. So
weit, so gut. Doch plötzlich findest Du dich in der unglaublichen Situation wieder, dass die Lodge tatsächlich fälschlicherweise doppelt vergeben wurde - an einen Fremden aus Boston, der hier auf den Spuren seiner Familie wandeln möchte und seine Wunden lecken muss. Nein, es gibt keine andere Möglichkeit zum Übernachten und die Fähre kommt nur einmal pro Woche... So müssen sich die Protagonisten Cleo und Mack irgendwie arrangieren und sind dabei wahrlich kreativ. Die beiden lernen einander behutsam kennen, es entsteht eine Verbindung zwischen zwei Herzen, die ihnen hilft, die Vergangenheit besser zu akzeptieren, aber gleichzeitig den Verlust für die Zukunft in Kauf nimmt. Aber hier wirkt es nicht kitschig oder dramatisch, sondern es ist emphatisch und fühlt sich echt an. Wie so oft im Leben geschehen die besten Dinge dann, wenn man es am wenigsten brauchen kann oder ganz und gar nicht damit rechnet. Das Leben hat ganz eigene Pläne, auch für Cleo und Mack. - Ein ganz besonderes, ruhiges Buch voller Emotionen, das einen tiefen Wellenschlag hinterlässt.
Tanja und Annika Dylla
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Mit dir allein
Josie Silver ; aus dem Englischen von Irene Eisenhut
Wilhelm Heyne Verlag (2023)
444 Seiten
kt.