Rosen im Asphalt

In diesem Roman wird die Geschichte von zwei Frauen erzählt, die in extrem unterschiedliche Familien hineingeboren werden. Trotzdem haben beide ihr ganzes Leben lang mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, die eng mit der fehlenden Bindung in ihren Rosen im Asphalt ersten Lebensjahren zusammenhängen. Linda wird nach der Geburt als Frühchen von ihrer alkoholkranken, mittellosen Mutter im Krankenhaus zurückgelassen und macht in ihrer Kindheit viele negative Erfahrungen in ihren Stationen in Pflegefamilien, Heimen und bei kürzeren Aufenthalten bei ihrer Mutter bzw. ihren Großeltern. Irmi dagegen ist in eine extrem reiche Familie hineingeboren. Eigentlich beste Voraussetzung für eine gute Kindheit, ihre manisch-depressive Mutter verfällt aber nach ihrer Geburt in eine schwere Depression, so dass sie sich nicht um ihre Kinder kümmern kann. Das Mädchen wird deshalb zur Tante in die Niederlande geschickt und wächst dort bis zu ihrer Einschulung auf. Wegen Unstimmigkeiten zwischen ihrem Vater und der Tante wird der Kontakt zu dieser von einem Tag auf den anderen komplett unterbrochen und Irmi kommt zurück in ein Land, dessen Sprache sie nicht beherrscht. Der Roman erzählt zum einen die ganz private Geschichte der beiden Frauen und ihrer Freundschaft von ihrer Geburt bis zum Alter von 60 Jahren. Nebenbei werden viele geschichtliche Ereignisse dieser Zeit aufgegriffen: das Aufwachsen in der Nachkriegszeit, die Wirtschaftswunderzeit, Studentenproteste, RAF, Aids und vieles mehr. So kann man beim Lesen gut die gesellschaftlichen Veränderungen im Laufe der Jahre rekapitulieren. Das Buch bleibt auf seinen 410 Seiten immer spannend, weil beide Frauen ein sehr bewegtes Leben haben.

Christine Schuster

Christine Schuster

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Rosen im Asphalt

Rosen im Asphalt

Felicitas Fuchs
Wilhelm Heyne Verlag (2026)

400 Seiten
kt.

MedienNr.: 756031
ISBN 978-3-453-44296-2
9783453442962
ca. 17,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
Diesen Titel bei der ekz kaufen.