Wenn der rechte Rand regiert

Die Journalistin und Podcasterin Sally Lisa Starken blickt in diesem Buch vor allem auf die Situation in Deutschland, aber auch auf die Staaten USA, Polen und Italien, die sie für ihre Recherchen noch einmal bereist hat. Recht genau arbeitet sie Gemeinsamkeiten Wenn der rechte Rand regiert und Unterschiede zwischen Rechtspopulisten in allen vier Staaten heraus und zeigt, wo und wie Demokratie erodieren kann, aber auch wo sie Resilienz zeigt. Die Beobachtungen der Autorin in den USA am Vorabend von Donald Trumps zweiten Wahlsieg sind dabei weniger neu und überraschend als ihre Erlebnisse in Polen und Italien – Länder, die Deutschland viel näher sind, aber die hierzulande in der öffentlichen Wahrnehmung durchweg weniger betrachtet werden. Trotz des Untertitels steht aber vor allem Deutschland selbst im Mittelpunkt ihrer Darstellung. Denn das Erodieren einer Demokratie ist kein Naturgesetz. Ob und wie sich Deutschland verändern wird, liegt an uns. Gerade die letzten Kapitel des Buchs lesen sich deswegen als empathische Aufforderung, für die eigene Demokratie, für die eigene Lebensart zu kämpfen. Die Alternative dazu zeichnet Starken dystopisch. Durch ihre engagierte, aber abwägende und nicht hetzende Art gelingt Starken ein wichtiger Beitrag in der momentanen politischen Lage Deutschlands. Die Autorin hat ihren Text intensiv vorbereitet, wie über 50 Seiten Quellennachweise zeigen. Dem Buch sind viele Leserinnen und Leser zu wünschen.

Friedrich Röhrer-Ertl

Friedrich Röhrer-Ertl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Wenn der rechte Rand regiert

Wenn der rechte Rand regiert

Sally Lisa Starken
Wilhelm Heyne Verlag (2026)

335 Seiten
kt.

MedienNr.: 755772
ISBN 978-3-453-60735-4
9783453607354
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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