Hoffnungsland
Der Regierende Bürgermeister von Hamburg gehört zu den SPD-Spitzenpolitikern, die vor der Nominierung von Martin Schulz für eine Kanzlerkandidatur im Gespräch waren. Die bundespolitischen Ambitionen von Olaf Scholz unterstreicht dessen erstes Buch,
in dem er die durch die Flüchtlingskrise von 2015 aufgebrochenen Probleme in Deutschland und Europa in den Blick nimmt. Dabei wird er seinem Ruf als nüchterner Pragmatiker und Macher gerecht, der sich zutraut, die zur Bewältigung der Zuwanderung notwendige Politik umzusetzen. Seine Lösungskonzepte tragen natürlich eine sozialdemokratische Handschrift, sie sind nicht unbedingt originell, aber durchaus geerdet. Immer wieder lässt er einfließen, dass Hamburg für manche Lösungen (z.B. staatliches Wohnungsbauprogramm, Verträge mit muslimischen Verbänden) Vorbildcharakter haben könnte. - Das nicht immer spannend zu lesende Buch kann als fundierter und aktueller Beitrag zur Migrationsdebatte durchaus empfohlen werden.
Hoffnungsland
Olaf Scholz
Hoffmann und Campe (2017)
223 S.
fest geb.