Ingenium
Mike Brink hat im Alltag so seine Probleme, mit den durch einen Sportunfall "erworbenen" neuen Fähigkeiten seines Gehirns fertig zu werden. Nun bittet ihn eine Psychologin, eben diese Fähigkeiten bei einem rätselhaften Fall um eine des Mordes beschuldigte
Frau zur Verfügung zu stellen. Ehe er sich's versieht, steckt Mike mitten in einem Geflecht aus jahrhundertelang bewahrtem Geheimwissen, Zukunftsvisionen, Machtstreben und Mord. – Danielle Trussoni versteht es sehr gut, die Spannung im Grenzbereich von "normalem" und Mystery-Thriller aufzubauen und zu halten. Auch die Hauptpersonen sind gut und überwiegend stimmig beschrieben – für "normale Thrillerleser:innen" kann es allerdings an der einen oder anderen Stelle doch etwas zu viel sein. Mystery-Konsument:innen werden daran aber sicher ihre Freude haben. Die Autorin schon jetzt auf eine Stufe mit Dan Brown und Stephen King zu stellen (wie es die Presse z.T. macht), mag nach diesem ersten Roman etwas voreilig erscheinen. Vielleicht wartet man doch erst den zweiten Teil ("Invictum") ab, der für den Herbst 2024 angekündigt ist.
Thomas Oberholthaus
rezensiert für den Borromäusverein.
Ingenium
Danielle Trussoni ; aus dem amerikanischen Englisch von Kathrin Bielfeldt und [einem weiteren]
Hoffmann und Campe (2023)
429 Seiten
kt.