Undercover unter Nazis
Die Investigativjournalistin Angelique Geray widmete sich mehrere Jahre lang einem ebenso spannenden wie hochgefährlichen Thema: dem Aufleben der rechtsextremen Szene in Deutschland. Sie recherchierte undercover für den Stern und RTL. Für diese
lebensgefährliche Aufgabe legte sie sich eine zweite Identität zu und schmuggelte sich bis zuletzt unbemerkt in rechtsextreme Gruppen, vor allem solche, die Jugendliche in ihre Fänge bekommen möchten. Ihre Dokumentation über die besorgniserregende Zunahme rechtsextremer Organisationen und Gruppen, die von einer großen Öffentlichkeit nahezu unbemerkt mit großem Erfolg agieren, liest sich ebenso spannend wie erschütternd. Geray nahm nicht nur an Demos und Versammlungen teil, sondern auch an illegalen Waffenkäufen, Treffen der oberen Kader im In- und Ausland, erlebte die Atmosphäre von Ausbildungscamps, meldete sich sogar in rechten Dating-Plattformen an, um Kontakt zu Rechtsextremisten zu bekommen. Ihr Ziel: herauszufinden, welche Ausmaße diese brisante Entwicklung bereits hat, aber auch, mit welchen Motiven junge Menschen, die zum Teil erst zwölf oder dreizehn Jahre sind, in die rechtsextreme Szene abgleiten. – Dieses Buch informiert, ernüchtert, macht wütend. Und es zeigt, dass es höchste Zeit ist, dieser Entwicklung entgegenzutreten. Für alle Büchereien dringend zu empfehlen. Auch und gerade für junge Leser ab etwa 14 Jahren.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Undercover unter Nazis
Angelique Geray
Hoffmann und Campe (2026)
255 Seiten
kt.