Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich

Mathea Martinsen erzählt von ihren Versuchen, nach dem Tod ihres Mannes Epsilon (den der Leser erst allmählich mitbekommt!) ihre verbleibende Lebenszeit in ihrer kleinen Wohnung sinnvoll zu nutzen. Sie vergräbt eine "Zeitkapsel" mit ihrem Hochzeitskleid Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich und selbst gestrickten Ohrwärmern im Garten, um ihr Andenken für die Nachwelt zu bewahren. Sie meidet die Mitbewohner ihrer Wohnanlage und geht schüchtern kaum aus ihrem Haus, um ja niemand anreden zu müssen. Sie überlegt sich lange, ob sie die Einladung zu einem Kommunikationsfest in der Siedlung annehmen und was sie mitbringen soll. Ihre - oft recht schrulligen - Ideen hält sie immer für gut, wenn sie sich reimen. Sie ist eine liebenswerte, den Leser tief berührende alte Dame mit viel Humor, die manches Lustige und Besinnliche aus ihrem Leben mit dem auf Statistik versessenen Ehemann Epsilon erzählt und die es nach seinem Tod noch einmal wissen will. Man kann ihr trotz mancher ausgefallenen Idee nicht böse sein. - Die jugendliche Erzählerin (*1979) legt mit ihrer einfachen, doch mitreißenden Erzählweise einen Debütroman von großer Reife vor, den man als tröstliches Porträt älterer Menschen auch jungen Lesern empfehlen kann. Für Büchereien sehr zu empfehlen. (Übers.: Ursel Allenstein)

Georg Bergmeier

Georg Bergmeier

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich

Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich

Kjersti A. Skomsvold
Hoffmann und Campe (2011)

141 S.
fest geb.

MedienNr.: 350364
ISBN 978-3-455-40094-6
9783455400946
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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