Der Fisch ist ein einsamer Kämpfer
Vor 15 Jahren hat Topolina ihren Beruf als Bildhauerin aufgegeben. Dennoch lebt sie in ihrem seitdem unveränderten Atelier, doch morgens geht sie putzen und abends verkauft sie Sandwiches in einer Bar. Schon lange spricht sie - außer mit sich selbst
- mit niemandem mehr. Beginnend mit einem Zettel eines kleinen Jungen, der in dem Haus lebt, in dem sie putzt, entsteht eine dauerhafte Korrespondenz zwischen Topolina und dem Jungen. Dies hilft Topolina, aus ihrer Lethargie zu erwachen und ihr Leben wieder bewusst in die Hand zu nehmen. - Mithilfe des inneren Monologs gelingt es Waliszek in einer klaren, z. T. bildhaften Sprache eine unmittelbare Nähe des Lesers zu ihrer Protagonistin zu schaffen. Mit vielen Vor- und Rückgriffen erschließen sich dem Leser die Hintergründe für den Schockzustand und das Denken und Handeln einer Frau, die einen Anlass von außen braucht, um ihr Leben wieder selbstbestimmt führen zu können. Einfühlsam und spannend geschrieben. (Übers.: Claudia Steinitz)
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Fisch ist ein einsamer Kämpfer
Astrid Waliszek
Hoffmann und Campe (2013)
173 S.
fest geb.