Alles, was wir wissen konnten

Jet, ein jüdisches Mädchen aus Amsterdam, wird in der Zeit der deutschen Besatzung bei einem Freund pro forma als Dienstmädchen angestellt. Ihr jüdischer Freund hält sich im Keller des Hauses versteckt. Der Nachbar, ein Nazi-Kollaborateur, durchschaut Alles, was wir wissen konnten die Tarnung, bietet ihr aber seinen Schutz an, wenn sie seine heimliche Geliebte wird. Als sie schwanger wird, nimmt er das Neugeborene in seine Familie auf und er und seine Frau erziehen den kleinen Otto wie ein eigenes Kind. Nach Ende des Krieges bringt Jet es nicht übers Herz, die Wahrheit ans Licht zu bringen und den Jungen aus seiner Familie herauszureißen. Damit endet der erste Teil des kurzen, an die eigene Familiengeschichte der Autorin angelehnten Romans. Im zweiten Teil erzählt der Roman vom weiteren Schicksal Jets, die inzwischen mit einem anderen Mann eine Familie gegründet hat, gleichwohl Otto nie vergessen kann. Und es ist vom Schicksal Ottos und seiner Familie die Rede und von einem wertvollen Gemälde, das leitmotivisch den Lebensweg der Protagonisten begleitet. Erst auf dem Totenbett wird Jet ihrer Enkelin erzählen, welche Opfer sie ihrem Kind zuliebe auf sich genommen hat. - Die historischen Hintergründe dieser individuellen Geschichte von Verfolgung und Kollaboration bleiben (leider) sehr im Vagen. Doch ist der schnörkellos, recht unprätentiös erzählte Roman eine spannende und berührende Lektüre. (Übers.: Marlene Müller-Haas)

Alles, was wir wissen konnten

Alles, was wir wissen konnten

Ariëlla Kornmehl
Hoffmann und Campe (2016)

204 S.
fest geb.

MedienNr.: 586086
ISBN 978-3-455-40541-5
9783455405415
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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