Unter Taliban, Warlords und Drogenbaronen
Reinhard Erös, Oberstarzt a.D., betreibt mit seiner Frau Annette und seinen fünf Kindern seit 1988 die "Kinderhilfe Afghanistan", eine Organisation, die in diesem geschundenen Land humanitäre Hilfe leistet. Für dieses vorbildliche Engagement bekam
er neben vielen anderen Auszeichnungen das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Wie schon in seinem ersten Buch "Tee mit dem Teufel" (2002) schildert Erös auch hier wieder ungemein farbig und fesselnd seine persönlichen Erfahrungen. Aber in dem Buch geht es nicht nur um den Bereich der Hilfe für die Menschen in diesem Gebiet. Erös übt auch deutliche Kritik an der Politik, besonders auch der deutschen. Er kommt zu dem Schluss, dass ein "Marshall-Plan" die Entwicklung viel weiter bringen würde, als der Einsatz von militärischen Kräften. Dabei wundert er sich über die unglückliche Rolle der Bundeswehr, die nicht einmal im Kampf gegen den Drogenanbau vorankommt. Er zeigt aber auch spannend auf, wie es die deutsche Regierung 2001 ablehnte, sich Osama Bin Laden ausliefern zu lassen. - Das Buch schildert nicht nur die vielfältige Arbeit der "Kinderhilfe Afghanistan", sondern vermittelt auch ein packendes Bild von diesem für uns so fremden Land.
Gerd Fleder
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Unter Taliban, Warlords und Drogenbaronen
Reinhard Erös
Hoffmann und Campe (2008)
365 S. : Ill., Kt.
fest geb.