World Wide War
Der Autor malt ein düsteres Bild von der trügerischen Sicherheit von Computernetzen. Er gibt einige Beispiele bereits erfolgter Cyberangriffe auf Staaten (Estland, Georgien) und beschreibt die Auswirkungen eines Angriffs auf die Netze. Modern vernetzte
und auf diesem Gebiet bislang nicht ausreichend geschützte Staaten sind seiner Theorie zufolge nur einen (feindlichen bzw. terroristischen) Mausklick vom Chaos entfernt. - Diese Abhandlung ist durch und durch aus der Perspektive des US-Militärs geschrieben - kein Wunder: Clarke war langjähriger Berater im Weißen Haus. Andere Szenarien als das des allumfassenden Cyberkriegs werden von ihm nicht entwickelt, alles kommt leider sehr einseitig daher. Zudem produziert der Autor alle Theorien selbst, Literaturhinweise, Zitate o.ä. sucht man vergebens. Die Tatsache, dass Clark mittlerweile für eine Beratungsfirma u.a. für Computersicherheit arbeitet, macht es auch nicht gerade glaubwürdiger. Trotz allem bietet das Buch einen Anlass, sich mit der Frage der nationalen Netzsicherheit auseinanderzusetzen. Bei Nachfrage vertretbar.
Thomas Oberholthaus
rezensiert für den Borromäusverein.
World Wide War
Richard A. Clarke mit Robert K. Knake
Hoffmann und Campe (2011)
350 S.
fest geb.