Glück
Die rechte Suche nach dem Glück führt nicht nach außen zu den vermeintlichen Glücksgütern, sondern nach innen, in die Grundhaltung des Menschen hinein. Und sie muss, so sieht es jedenfalls der lange Jahre auch in der Lebensberatung tätige Philosoph
W. Schmid, das Unglücklichsein mit integrieren, wenn das Glück dauerhaft sein soll. Das wahre Glück ist damit weder etwas, das uns einfach zufliegt, noch ist es die Maximierung von Lust bzw. die Minderung oder Eliminierung von Schmerz; es ist vielmehr Frucht einer "Arbeit am Sinn", die für den Autor in einer Zeit immer knapper werdender materieller Güter und ganz neuer globaler Herausforderungen zum drängendsten Desiderat wird. Dabei entdeckt Schmid auch die unverzichtbare Rolle von neuen Bindungen, etwa auch der Bindung an die Religion, als neues Paradigma gelungenen Lebens, das das überkommene Ideal einer bloßen "Befreiung von..." ablösen wird. - Schmids Büchlein greift in wenigen Seiten ein gewaltiges Thema auf. Weit davon entfernt, es erschöpfend zu behandeln, will es eher ein Anstoß und eine meditative Weisung für einen Weg sein, den der Leser selbst zu gehen hat. Wer sich darauf einlässt, findet sich unversehens in einem faszinierenden Diskurs um die Grundausrichtung moderner Existenz wieder und wird zweifellos für sein Leben enorm profitieren.
Richard Niedermeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Glück
Wilhelm Schmid
Insel-Verl. (2007)
79 S.
fest geb.