Die Rückkehr
Galsan Tschinag ist der wohl bekannteste mongolische Autor der Gegenwart. Sein neuester Roman ist die autobiographische Beschreibung seiner Rückkehr, nach Jahren der Reisen in alle Welt, zu seinem Volk, den Tuwa, die im Nordwesten der Mongolei leben.
Dort will er als Stammesoberhaupt seinen Lebensabend verbringen. Aber auch vor diesem zurückgezogen lebenden Volk macht die Moderne nicht halt, und man muss sich entscheiden: Will man weiter traditionell leben oder sich der Welt öffnen? Um Klarheit zu bekommen, zieht Tschinag zum Gelben See, an den heiligen Ort Owoo. - Tschinag ist gerade für deutsche Leser ein Glücksfall: Da er lange in Deutschland studierte, schreibt er auf Deutsch, und so geht die ganze Poesie und alles Malerische seiner Sprache auch nicht durch eine Übersetzung verloren. Es ist wieder einmal ein wunderbares Buch des Mongolen, in dem er nicht nur Dokumentarisches berichtet, sondern seine ganze poetische Kunst einsetzt. Für alle Bestände.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Rückkehr
Galsan Tschinag
Insel-Verl. (2008)
254 S.
fest geb.