Camille Pissarro
Der Maler Camille Pissarro gilt als "Vater des Impressionismus", auch wenn er nicht die Popularität eines Monet oder Cezanne aufweist, die er zu seinem Freundeskreis zählte. Er war einer der Initiatoren der ersten Ausstellung der Impressionisten,
sein stets auf Ausgleich bedachtes Wesen half ihm, die verschiedenen Temperamente zusammenzuführen. Seine Warmherzigkeit kennzeichnet ihn auch als den besorgten Familienvater, der trotz aller finanziellen Nöte gut für seine Familie sorgte, ehe er 1903 mit 73 Jahren starb. – Die bekannte französische Biografin Anka Muhlstein hat – überwiegend auf dessen umfangreiche Korrespondenz gestützt – ein fundiertes Buch über Pissarro geschrieben, in dem viele interessante Facetten beleuchtet werden, etwa die Abhängigkeit unbekannter Maler von ihren Kunsthändlern oder der Antisemitismus, der während der Dreyfus-Affäre auch die Künstlergemeinschaft spaltete. Diese Biografie ist sicher ein interessantes Fundstück für Kunstfreunde, für "Normalverbraucher" dagegen dürfte sie vielleicht zu "trocken" geschrieben (oder übersetzt) sein. Bei entsprechend interessierten Leser/-innen möglich.
Michael Sanetra
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Camille Pissarro
Anka Muhlstein ; aus dem Französischen von Ulrich Kunzmann
Insel Verlag (2024)
301 Seiten : Illustrationen (teilweise farbig)
fest geb.