Abschied von Gabo und Mercedes
Rodrigo, der ältere Sohn des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez, und seiner Ehefrau Mercedes erinnert sich an seine Eltern. In dem schmalen Band, der durch private Fotos ergänzt wird, erzählt er vom bevorstehenden Tod des Vaters
vor 10 Jahren. Die Familie reist an, im Wissen, dass das traurige Ereignis hohe Wellen in der Literaturwelt schlagen wird. Verwandte und nahe Freunde verabschieden sich von dem Nobelpreisträger. Im Angesicht des Todes fallen dem Sohn viele Begebenheiten ein, der Vater am Schreibtisch, Reisen, Gespräche über Filme, die zunehmende Demenz des Vaters. Rodrigo, vom Vater beeinflusst und immer bemüht, nicht nur als Sohn eines Genies wahrgenommen zu werden, ist Drehbuchschreiber und Filmregisseur geworden. - Auch wenn es sich hier um ein berühmtes Paar handelt, ist der Abschied von den Eltern, ein Thema das jede/n trifft. Rodrigo beschreibt die schmerzliche Lücke, die Ungläubigkeit, die Zeremonie der Beerdigung, das Trauern im Kreise von Verwandten und Freunden. Es ist ein Buch voller Schmerz, aber auch Dankbarkeit und ein Denkmal für die große Liebe der Eltern.
Susanne Emschermann
rezensiert für den Borromäusverein.
Abschied von Gabo und Mercedes
Rodrigo Garcia ; aus dem Englischen von Elke Link
Kiepenheuer & Witsch (2024)
165 Seiten : Illustrationen
fest geb.