Steinhammer
Edgar Woicik, geb. 1941, Sohn eines polnischen Fremdarbeiters und einer deutschen Mutter, wächst in einer Bergbausiedlung in Lütgendortmund auf. Dort soll er den Friseursalon seines Stiefvaters übernehmen. Doch Edgar will Maler werden. Auch seine
Freundin Nelly und sein Freund Jürgen wollen der trostlosen Heimat entfliehen. Mit Hilfe von Jürgens Vater gelingt es Edgar und Jürgen, in Dortmund bei Horten eine Lehre zu machen – Jürgen als Herrenausstatter, Edgar als Dekorateur. Nelly beginnt eine Lehre in Hamburg als Sekretärin. Obwohl Jürgen in die USA auswandert und Edgar Maler wird, verlieren die drei den Kontakt nicht. Mit diesem Roman entwirft Jörg Thadeusz ein Lebensbild des Malers Norbert Thadeusz, dem Cousin seines Vaters. Dabei arbeitet er die ausschweifende, unbeständige und nonkonformistische Lebensart des später einsamen alten Malers heraus. Einfühlsam charakterisiert der Autor seine Figuren, die er ihrem jeweiligen Lebensumfeld entsprechend sprechen und handeln lässt. Das Cover des Buches spiegelt den Inhalt des Romans wider, in dem es auch um die durch den Krieg gescheiterte Elterngeneration geht, deren Kindern der Aufstieg in ein besseres Leben gelingt.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Steinhammer
Jörg Thadeusz
Kiepenheuer & Witsch (2023)
342 Seiten
fest geb.