Real Americans

1999 New York City: Lily, Tochter chinesischer Einwanderer, versucht als unbezahlte Praktikantin in einem führenden Pharmakonzern Fuß zu fassen, und trifft bei einer Silvesterfeier auf Matthew. Sie verliebt sich in den wohlhabenden Erben und bekommt Real Americans einen Sohn, Nick. 2021: Nick, aufgewachsen auf einer abgelegenen Insel, versucht, durch einen DNA-Abgleich herauszufinden, wer sein Vater ist. Seine Jugend ist geprägt von Identitätsfragen und dem Wunsch nach Zugehörigkeit. 2030: May (Mei), Nicks Großmutter, ist im China der 1960er-Jahre aufgewachsen, hat unter der turbulenten Ära der Kulturrevolution Biologie studiert und ist in die USA ausgewandert, um dort ihre Forschungen an genetischen Eingriffen in das Erbgut weiter voranzutreiben. – In ihren Roman bringt Rachel Khong drei Lebensentwürfe zusammen und wirft dabei viele Fragen auf, wie Identität, Familie, Herkunft, Rassismus und moralische Fragen der Gentechnik. Durch ihren Stil und ihre Erzählweise verknüpft die Autorin feinfühlig die drei Generationen zu einer einfühlsamen Geschichte, wobei die Sicht auf die Großmutter Mei die beeindruckendste und ergreifendste ist. Leider wurden zu viele wichtige Themen wie Migration, Ethik und Geschichte Chinas nur angerissen und mit Science-Fiction-Elementen und historischen Rückblicken verknüpft. – Fesselnder und empfehlenswerter Familienroman, der alle Leser:innen anspricht, die sich gerne mit der Illusion des „American Dream“, seinen Privilegien und fiktiver Genmanipulation beschäftigen.

Elisabeth Kemper

Elisabeth Kemper

rezensiert für den Borromäusverein.

Real Americans

Real Americans

Rachel Khong ; aus dem amerikanischen Englisch von Tobias Schnettler
Kiepenheuer & Witsch (2026)

525 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 624097
ISBN 978-3-462-00572-1
9783462005721
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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