Ich dachte, bis dahin bin ich tot

Die Autorin gehört zu den wenigen Protagonisten der Terrorszene im Umfeld des "Baader-Meinhof-Komplexes", die nach ihrer Verhaftung das Schweigen gebrochen und sich ihrer Vergangenheit gestellt haben. In ihren Erinnerungen, verfasst zusammen mit dem Ich dachte, bis dahin bin ich tot Journalisten André Groenewoud, möchte sie durch Selbstbefragung ihren Weg in den Linksextremismus nachzeichnen und verstehbar machen. Als wichtige Faktoren identifiziert sie eine unglückliche Kindheit, eine ungefestigte Persönlichkeit, das linksradikale Milieu während des Studiums, die Mitarbeit im "Komitee gegen Folter" zur Unterstützung der in Stuttgart-Stammheim inhaftierten RAF-Terroristen der ersten Generation und schließlich den freiwilligen Schritt in die Illegalität 1976/77 nach dem Suizid von Ulrike Meinhof. Es folgt der "Deutsche Herbst" 1977 mit der Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer, der Entführung der Lufthansamaschine "Landshut" nach Mogadischu und dem kollektiven Selbstmord der inhaftierten RAF-Mitglieder. Silke Maier-Witt wird 1979 aus der RAF ausgeschlossen und taucht mit Hilfe der Stasi bis 1990 in der DDR unter. Nach der Wende wird sie verhaftet und verurteilt. – Auch wenn manche Fragen zur Schuld und ideologischen Verblendung offen bleiben, so zeigt die Vita der Autorin, wohin Radikalität führen kann. – Personenverzeichnis, Chronologie sowie kurze persönliche Erinnerungen von drei Zeitzeugen ergänzen diese Autobiografie, die größeren Büchereien durchaus empfohlen werden kann.

Ich dachte, bis dahin bin ich tot

Ich dachte, bis dahin bin ich tot

Silke Maier-Witt mit André Groenewoud
Kiepenheuer & Witsch (2025)

383, [8] Seiten : Illustrationen (teilweise farbig)
fest geb.

MedienNr.: 621190
ISBN 978-3-462-00690-2
9783462006902
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
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