Geld als Waffe
Ulrike Herrmann, Spiegel-Bestseller Autorin, benennt den Einfluss ökonomischer Interessen auf Krieg und Frieden. Die geopolitischen Rahmenparameter haben sich massiv verändert. Kriegerische Konflikte konnten in der Menschheitsgeschichte schon oft
von inneren (wirtschaftlichen) Schwierigkeiten ablenken und das Volk hinter die Machthaber vereinen lassen. Das verständlich präsentierte Werk skizziert die Situation von Putin und Russland, benennt Gründe für den industriellen Rückstand und resultierende Schein-Argumente für militärische Aggressionen. China wird heute vom allmächtigen Xi Jingping autoritär geführt. Für ihn steht die sogenannte "Wiedervereinigung" mit Taiwan weit oben auf der Agenda. Der dritte Abschnitt beleuchtet Waffen (u.a. die Atombombe), die Kosten des Militärs und nimmt sich ergebende Verschiebungen durch gegenwärtige Konflikte in den Blick – so die rasant ansteigende Bedeutung von Drohnen und den sich verändernden Markt der Rüstungsindustrie. Die Fokussierung auf ökonomische Aspekte ist sicherlich verengend, Herrmanns Argumentationslinien wissen gleichwohl mit vielen Beispielen und aufgezeigten Linien im Kern zu überzeugen. Die Schwerpunktsetzung auf China und Russland vernachlässigt andere Krisenregionen. Einige Schlussfolgerungen wirken zugespitzt. In Summe eine gelungene Darstellung historischer und aktueller Konflikte aus wirtschaftlichem Blickwinkel. – Insbesonders für geopolitisch sowie volkswirtschaftlich interessierte Leser:innen empfehlenswert.
Daniel Trutwin
rezensiert für den Borromäusverein.
Geld als Waffe
Ulrike Herrmann
Kiepenheuer & Witsch (2026)
335 Seiten
fest geb.