Extrem laut & unglaublich nah

Als am 11. September die Flugzeuge die Türme des World Trade Center zum Einsturz bringen, wird der 9-jährige Oskar frühzeitig von der Schule heimgeschickt. Auf dem Anrufbeantworter finden sich beruhigende Nachrichten seines Vaters, der sich zu einem Extrem laut & unglaublich nah Geschäftsessen im WTC aufhält. Nachdem der Tod des Vaters traurige Gewissheit geworden ist, kann sich Oskar lange nicht damit abfinden. Er findet in den Sachen seines Vaters Hinweise, die ihn zu einer bizarren Suche quer durch New York animieren, zu einem Spiel, wie er es schon oft mit seinem Vater gespielt hat. Hinzu kommen Erinnerungen an seine Großeltern, die den Feuersturm von Dresden knapp überlebten, getrennt wurden und sich in New York wiedertrafen. - Nach "Alles ist erleuchtet" (BP 03/495) hat der junge amerikanische Autor wieder ein ungewöhnliches Buch geschrieben, das auch visuelle Elemente in den Text integriert, etwa ein Daumenkino, das einen vom WTC springenden Menschen zeigt, jedoch nach oben. Foer ist eine surreale, beklemmende und brillante Auseinandersetzung mit der Erfahrung von Gewaltopfern gelungen, die viele Leser verdient. (Übers.: Henning Ahrens)

Dietmar Adam

Dietmar Adam

rezensiert für den Borromäusverein.

Extrem laut & unglaublich nah

Extrem laut & unglaublich nah

Jonathan Safran Foer
Kiepenheuer & Witsch (2005)

436, [30] S. : zahlr. Ill.
fest geb.

MedienNr.: 237902
ISBN 978-3-462-03607-7
9783462036077
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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