Die toten Gassen von Barcelona
Die 36-jährige Journalistin Anna Silber fliegt zum ersten Mal nach Barcelona, die Heimatstadt ihrer im Auto verunglückten Mutter. Hier möchte sie versuchen, ihr nahe zu sein und gleichzeitig Informationen für einen alternativen Reiseführer zu
sammeln. Gleich nach ihrer Ankunft liegt ein Toter in der Nähe der Wohnung ihres Bekannten Rafael, bei dem sie untergekommen ist. Rafael wiederum ist mit Hauptkommissar Quim Rubió verlobt, der sich mit diesem neuerlichen Todesfall befassen muss. Sieben Menschen wurden bereits ermordet, ohne dass die Polizei einen Zusammenhang erkennen kann. Wie gut, dass nun Anna Silber zur Stelle ist, die früher schon gemeinsam mit ihrem Vater, einem Privatdetektiv, untreue Ehegatten beschattete. Und schnell werden Anna die Zusammenhänge klar: als Vorbild der Taten dient das Martyrium der Heiligen Eulàlia. Immer wenn die Polizei im Dunkeln tappt, hilft ein Zufall Anna weiter und so dauert es auch nicht lange, bis diese fast im Alleingang den Täter zur Strecke bringt. - Während die kriminalistische Handlung den Krimifan nicht wirklich überzeugen kann, lebt die Geschichte doch auch vom Lokalkolorit sowie der kritischen Schilderung des Barcelonaer Wohnungsmarktes. Auf diese Weise taucht der Leser mit Anna Silber ein in die engen Gassen der kenntnisreich beschriebenen Weltstadt.
Gabriele Güterbock-Rottkord
rezensiert für den Borromäusverein.
Die toten Gassen von Barcelona
Stefanie Kremser
Kiepenheuer & Witsch (2011)
KiWi ; 1216
246 S.
kt.