Am liebsten gut
Der überraschende Tod der geliebten Mutter führt Nina (40) in eine schwere Krise, die in einem Selbstmordversuch endet. Der Vater hat allzu schnell eine Freundin, die eigene Ehe mit einem Pfarrer kriselt. Es gibt finanzielle Schwierigkeiten. Tochter
Agnes (20) ist renitent und nimmt Drogen. Tochter Anna (5) hat das Down-Syndrom ... Am schwersten wiegt jedoch, dass Nina an einem extremen Helfersyndrom leidet, so sehr, dass man es als Leser/-in kaum erträgt. Sie steht nicht zu ihren Gefühlen und Bedürfnissen, fühlt sich für alles zuständig, will es allen recht machen, lässt sich ausnutzen - vor allem von ihrer unglaublich selbstsüchtigen jüngeren Schwester. Kaum erträglich und insofern eine peinigende Lektüre. Will die Autorin, Frau des isländischen Ministerpräsidenten, die potenzielle Leserin mit dem Holzhammer zur Selbstreflexion bewegen? Das Frauenbuch befremdet, lässt einen aber keineswegs unberührt. Für einschlägig interessierte unbedingt empfohlen. (Übers.: Tina Flecken)
Birgit Karnbach
rezensiert für den Borromäusverein.
Am liebsten gut
Jónina Leósdóttir
Kiepenheuer & Witsch (2011)
297 S.
kt.