Umweg nach Hause
Ben hat privat und beruflich viel Pech gehabt. Um über die Runden zu kommen, macht er eine Ausbildung zum Pfleger. Gleich sein erster Patient ist der 19-jährige Trevor, der unheilbar erkrankt ist und im Rollstuhl sitzt. Trevors Vater hat sich nach
der Diagnose aus dem Staub gemacht, weshalb die ganze Familie den Kontakt zu ihm abgebrochen hat. Doch Ben kann Trevor überzeugen, mit seinem Vater wieder Kontakt aufzunehmen. Kurzerhand setzt er den Jungen in ein Auto und fährt mit ihm von Washington quer durch die USA nach Salt Lake City, um Trevors Vater zu finden. Unterwegs erleben die beiden die abgedrehtesten Abenteuer: Sie gabeln die junge Anhalterin Dot auf, helfen einer Schwangeren mit einer Reifenpanne, werden irgendwann von einem Unbekannten verfolgt. Diese Reise mit allerhand Tücken führt letztendlich dazu, dass sowohl Trevor wie auch Ben schließlich innerlich bei sich selber ankommen und lernen, ihren individuellen Lebensweg zu gestalten. - Evisons neuer Roman ist eine Road Novel der besonderen Art. Mit viel Humor und leiser Ironie, aber voller Liebenswürdigkeit beschreibt der Autor das Schicksal der Protagonisten, in einem Stil, der bei allem Lakonischen und Schnoddrigen voller Empathie ist. Dieses Buch ist komisch und ergreifend zugleich. (Übers.: Isabel Bogdan)
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Umweg nach Hause
Jonathan Evison
Kiepenheuer & Witsch (2015)
374 S.
fest geb.