Wie schön wir waren
Seit ein Ölkonzern aus den USA in unmittelbarer Nachbarschaft des afrikanischen Dorfes Kosawa mit den Bohrungen begonnen hat, ist dort nichts mehr so, wie es war. Öllecks haben das Trinkwasser vergiftet, das Ackerland unfruchtbar gemacht, Krankheiten
und Tod in die Dorfgemeinschaft gebracht. Als diese beschließt, sich zu wehren, beginnt ein unerbittlicher Kampf, der über Jahrzehnte andauern und viele Opfer kosten wird. Im Mittelpunkt steht der Werdegang eines klugen Mädchens aus dem Dorf, das dank eines Stipendiums in den USA studieren kann und sich nach seiner Rückkehr in die Heimat an die Spitze der Protestbewegung stellt. Imbolo Mbue gelingt es meisterhaft, ein überwältigendes Panorama afrikanischer Traditionen, gesellschaftlicher Umbrüche und politischer Systeme zu gestalten. "Wie schön wir waren" ist ein spannend erzählter, vielschichtiger und tiefgründiger Roman, der für alle Bestände empfohlen werden kann.
Gertrud Plennert
rezensiert für den Borromäusverein.
Wie schön wir waren
Imbolo Mbue ; aus dem Englischen von Maria Hummitzsch
Kiepenheuer & Witsch (2021)
442 Seiten
fest geb.