Dabei waren wir uns immer so nah
Merle, Katharina und Henri haben sich vor über 10 Jahren im Studium in Köln geschworen, immer füreinander da zu sein. Doch nun mit Mitte 30 hat das Leben seinen Lauf genommen und sie sind auseinandergedriftet. Merle ist Mutter geworden und hadert
mit ihrem Ehemann, der die einst versprochene Familien-Arbeitsteilung nicht einhält. Katharina hätte gerne ein Kind und hadert mit ihrem Lebensgefährten, dem sein Junggesellendasein viel zu gut gefällt, als dass er den Kinderwunsch teilen würde. Und Henri begleitet ihre im Sterben liegende Oma in Schleswig. Sie war ihr wichtigster Anker in der Kindheit und ihr nahender Verlust lastet schwer auf Henri. Gerade jetzt könnten sie ihre Freundschaft gut gebrauchen, aber keine der drei wagt den Anfang zu machen. – Der Roman erzählt abwechselnd aus der Sicht der drei Frauen, wie der Alltag und die persönlichen Probleme ihre einst so enge Freundschaft langsam zerbrechen lassen. Einfühlsam und nachvollziehbar werden die Ängste und Sorgen der drei jungen Frauen dargelegt. Ein rundum gelungener, ruhiger Roman, der manch eine Leserin sicher an eigene Erfahrungen denken lässt. Gerne empfohlen.
Stefanie Simon
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Dabei waren wir uns immer so nah
Jette Kötschau
Rowohlt Kindler (2026)
237 Seiten
fest geb.