Erziehung war gestern
Die Autorin, Kulturwissenschaftlerin und Soziologin, geht von der Prämisse aus, dass Erziehung das Problem sei, nicht die Lösung. Die Grundidee der Erziehung sei das gezielte Einwirken auf einen jungen Menschen zum Zwecke einer Veränderung. Jenseits
von Erziehung jedoch sei Freiheit, wo sich eine radikal von Anleitungen befreite, auf Begegnung ausgerichtete Elternschaft finde. Friedvolle Elternschaft frage nach dem "warum" und nicht danach, ob es funktioniert. Die Autorin legt Wert darauf, Eltern keine Vorschriften zu machen, sondern Impulse und Anregungen zu geben. Sie möchte Praktiken zeigen, die ihrer Erfahrung nach hilfreich sind, um erziehungsfrei zu leben und ein konfliktfreies Miteinander im Alltag umsetzen zu können. Im Mittelpunkt steht die Haltung zum Kind und zu der Welt, in der wir leben. Kinder lieben bedeutet, ihrer ganzen Menschlichkeit mit Achtung zu begegnen. Es ist die Bereitschaft, die persönlichen Grenzen und Wünsche eines Kindes bedingungslos ernst zu nehmen, ohne Bevormundung und Herabwürdigung. Das Buch ist explizit kein Rat- sondern ein Impulsgeber, der dazu auffordert, Herkömmliches zu hinterfragen und nach Alternativen zu suchen. Für größere Bestände empfohlen.
Gertrud Plennert
rezensiert für den Borromäusverein.
Erziehung war gestern
Ruth Abraham
Kösel (2025)
126 Seiten
kt.